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Digitalisierung im VST rückt in den Fokus

FLYNEX
V.l.n.r.: Chr. Caballero, FlyNex, U. Huber, Vorsitzender VST, L. Steyer, VST, Mirko Knappe, Vorstand BUVUS-Bundesverband unbemannte Systeme
Am Donnerstag, den 23. Mai 2019 besuchten Ulrich Huber, Vorsitzender VST, Lothar Steyer, VST Geschäftsstelle Mainz, und Jan Syré, VST-Vertreter in Berlin, die Veranstaltung „DRONES 4 ENERGY“ der Firma FlyNex auf dem Geländer der alten Spinnerei in Leipzig. Drohnen stellen längst eine Schlüsseltechnologie für Unternehmen in zahlreichen Branchen dar, um neben praktischen Anwendungen wie dem Transport von Gütern vor allem auch Daten zu gewinnen, letztere intelligent zu verknüpfen und relevante sowie verwertbare Ergebnisse daraus zu generieren.

Mit „DRONES 4 ENERGY“ veranstaltete FlyNex jetzt ein Business-Forum und präsentierte in zahlreichen Vorträgen aktuelle Projekte und Ideen unterschiedlicher Anbieter, um konkret den wirtschaftlichen Nutzen von Drohnen in Industrieunternehmen aufzuzeigen – im Vordergrund dieses Mal besonders Unternehmen der Energie- und Netzbetreiberbranche. Ulrich Huber: „Die Digitalisierung betrifft uns Netzbetreiber im besonderen Maße, vor allem im Hinblick auf die Energiewende. Das betrifft mein Unternehmen, die Netze BW, genauso wie unseren Verband Sicherer Tiefbau. Aus diesem Grund möchte ich zukünftig das Thema Digitalisierung im VST den entsprechenden Raum einräumen – der Besuch hier in Leipzig bei dieser Veranstaltung war daher der erste Schritt. Ich möchte für unser Ziel, der Präventionsarbeit zur Verhinderung von Schäden und Unfällen an Versorgungsinfrastrukturen/KRITIS, alle relevanten Technologiebereiche einbeziehen und die Chancen daraus nutzen.“

Profi-Tipp vom Fachmann

Wichtig: Alle Pläne gehören auf die Baustelle!

Volkmar Braune
Volkmar Braune, Ohra Energie GmbH
Das leidige Thema „Leitungsplan auf der Baustelle“ muss leider immer wieder zur Sprache gebracht werden. Dabei ist es ja eigentlich ganz einfach: 1. Die Pläne müssen aktuell sein. 2. Die Pläne müssen auf der Baustelle vorliegen und einsehbar sein. 3. Die Pläne aller betreffenden Netzbetreiber müssen miteinander verglichen werden, weil die Maßstäbe nicht immer gleich sind. Ein Zentimeter bei der Gasleitung bedeutet vielleicht 2 Meter in der Realität, das kann aber beim Plan des Stromversorgers wieder ganz anders sein, wenn der Maßstab ein anderer ist. Hier gilt es also dringend auf den Maßstab und die korrekte Übertragung der Daten im Baufeld vor Ort zu achten – eventuell muss dann eben etwas gerechnet werden. Um Schäden zu vermeiden und um die richtige Leitung zu finden, sind Erkundigungsmaßnahmen wie Suchschlitze oder Querschläge vorzunehmen. So können auf jeden Fall später Schäden durch Baugeräte vermieden werden. 

Aufweichung des Wettbewerbs am deutschen Tiefbau-Markt

Seitdem jetzt seitens der Bundesregierung der Ausbau des Breitbandnetzes mit aller Macht vorangetrieben wird, wird es eng auf dem Tiefbau-Markt. Für deutsche Tiefbaufirmen eigentlich eine ideale Situation, denn die Auftragsbücher sind voll wie nie und manche Auftraggeber müssen wochenlang warten, bis sie einen freien Termin bekommen. Soweit, so gut. Doch kommen aufgrund dieser Situation immer mehr Anbieter aus den EU-Ländern auf den deutschen Markt, die leider zum überwiegenden Teil nicht die vorgeschriebene Qualifikation und – fast noch wichtiger – nicht die für die unter der Erde liegende und sehr komplexe deutsche Versorgungsinfrastruktur dringend notwendige Sensibilität besitzen.

Auf Branchenmessen kann man daher verstärkt ausländische Aussteller finden, die anbieten, schnell und kostengünstig Tiefbauarbeiten zu planen und durchzuführen. Auf frei verfügbares Online-Kartenmaterial aufsetzend, werden so schnell grundsätzliche Pläne für Gemeinden, aber auch Detailplanungen für Einzelmaßnahmen erstellt. Sollte sich bei Bauarbeiten dann vor Ort unter der Erde eine Infrastruktur (Kabelschacht, Verteiler oder Leitung) finden, so würde „ein Klick genügen, und die Leitung kommt eben auf die andere Straßenseite oder der Verteilschacht ein paar Meter weiter!“ Erkundigungspflicht? Ja, davon habe man jetzt gehört, das müsse aber der Auftraggeber eigens bestellen. Regelwerke wie GW 381 oder GW 129/S 129? Böhmische Dörfer!

Noch gravierender wird es bei Dienstleistern, die beispielsweise nur den „Geräteeinsatz“ anbieten. Sie fahren von Baustelle zu Baustelle und fräsen entlang der Markierungen den Asphalt auf. Selbst bei einem Kongress konnte man erleben, wie Nano-, Micro- und Normaltrenching durcheinander geworfen werden. Manch auf den Cent schauender Bauamtsleiter in den Kommunen bestellt scheinbar minimal invasives Nanotrenching, erhält aber kurzerhand eine Furche von 30 bis 50 Zentimeter, die sich durch fast alle Hausanschlüsse der anderen Medien gefräst hat. Hinzu kommen wegfallende Gewährleistungen bei technischen Bauwerken wie beispielsweise Straßen, wenn die plötzlich offen für Frost sind und deren Tragfähigkeit durch „Sollbruchstellen“ minimiert wird. Dann sind die Sub-Unternehmer mit ihrer Trenchingfräse schon längst weitergezogen.

Aber auch Trenchings mit gewollten Minderdeckungen haben ihre Tücke. 10 Zentimeter Deckung über einem Glasfaserkabel klingen einfach, sicher und schnell. Doch sollte der Müllwagen mit seiner Tonnage darüber ein paar Runden gefahren sein, wird unweigerlich das Glasfaserkabel in Mitleidenschaft gezogen sein und neue Bauarbeiten – und damit Kosten – stehen an.

Fazit: So schnell und günstig ausländische Auftragnehmer auch sind, als Auftraggeber muss man dringend auf deren Qualifikation und die Ausbildung der Mitarbeiter achten. Das betrifft sowohl Auftraggeber ganzer Baumaßnahmen als auch Tiefbaufirmen, die Teilarbeiten an Subunternehmer weiter vergeben. Neben einem sich vergrößernden Gefahrenpotential für unsere Versorgungsinfrastruktur durch nicht entsprechend ausgebildete und zertifizierte Unternehmen entsteht so auch letztlich für deutsche Firmen, die in die geforderte Ausbildung ihrer Mitarbeiter Zeit und Geld investieren, eine mittel- bis langfristige Wettbewerbsverzerrung.

Darum unser Appell an Auftraggeber: Auch, wenn sie Geld sparen wollen, schauen Sie auf die vorgeschriebenen Zertifikate und Qualifikationen der zu beauftragenden Firmen!

Mindestanforderung für Baufirmen und deren Mitarbeiter

Die Zahl der Schäden an Versorgungsleitungen nimmt spürbar zu, auch auf Baustellen, auf denen ungenügend qualifizierte Mitarbeiter aufgrund des zunehmenden Fachkräftemangels eingesetzt werden. Zudem finden sich immer mehr Baufirmen auf dem deutschen Markt, die aus dem EU-Ausland kommen und sich mit deutschen Regelwerken, aber auch dem System der deutschen Versorgungsinfrastrukturen nicht auskennen. Erdverkabelung von Stromleitungen und Kommunikationskabeln? In manchen Ländern werden die immer noch fast ausschließlich an Hausgiebeln befestigt – und kommen deswegen bei Baggerarbeiten nicht in die Quere. Um so wichtiger ist es, dass Baufirmen und deren Mitarbeiter entsprechende Qualifikationen aufweisen können, wie sie für deutsche Firmen auch gelten, die an oder in der Nähe von Versorgungsinfrastrukturen arbeiten. 

Aus diesem Grund weisen wir auf die „Empfehlung Mindestanforderungen Baufirmen beim Breitbandausbau durch den VST (nach VDE-AR-N 4220 und 4221/DVGW GW 381)“ hin, die als Download einsehbar ist. Der VST fordert darin den Auftraggeber der Verlegung eines Breitbandkabels auf, nur geeignete Baufirmen zu beauftragen.

E-Training auf netze-bw.de

E-Learning-Titelbild
Als weiteren Baustein in der Prävention gegen Leitungsschäden bei Tiefbauarbeiten hat die Netze BW gemeinsam mit der Firma WTT CampusONE und Bauwirtschaft Baden-Württemberg e.V. ein E-Training „Sicherer Tiefbau an Leitungen“ entwickelt, das es in sich hat!
Das E-Training ist speziell für Personen entwickelt, die im Bereich von Leitungsnetzen Tiefbauarbeiten durchführen. Durch das E-Training erfahren Baufachleute, wie sie Schäden vermeiden können und was zu tun ist, sollte doch ein Schaden entstanden sein.

3 Gründe für Sie als Tiefbauunternehmen, das E-Training mitzumachen:

  • Sie vermeiden Schäden und deren finanziellen Folgen für Ihr Unternehmen
  • Sie erfüllen Ihre Unternehmerpflichten nach „BetrSichV“ zum Schutz Ihrer Mitarbeiter
  • Sie sorgen für Abwechslung und Spaß bei der Unterweisung 

Mehr über das E-Training und wie Sie die Sonderaktion der Netze BW nutzen können, erfahren Sie auf der Internetseite: https://www.netze-bw.de/Bagger-E-Training

Prävention – aus der Praxis.

Wichtig: aktuelle und vollständige Kataster-Pläne auf der Baustelle!

Markierungen
Es ist sinnvoll, den Verlauf der Leitungen jeweils einmal vorher aufzusprayen. Dabei merkt man dann schnell, wenn man sich bei der Umrechnung und Übertragung in die Realität vertan hat. Aber auch sonst ist das farbige Markieren auf dem Boden sinnvoll, weil dann jeder sehen kann, wo man besonders aufpassen muss. Aber dazu bedarf es eines realen Plans aus Papier auf der Baustelle. Ebenfalls hilfreich sind diese Markierungen für die Freigabe der Baustelle durch die Fachleute des Netzbetreibers. So wird gleich erkenntlich, dass Sie als Bauunternehmen sorgfältig und umsichtig bei der Übertragung der Daten vom Plan auf die Baustelle umgehen.

Vor der Aufnahme von Arbeiten mit Baugeräten sollten Pläne und Markierungen auf jeden Fall mit den jeweiligen Mitarbeitern durchgesprochen werden. Der Baugeräteführer tut gut daran, auch selbst den Plan einzusehen und sich nicht allein auf Anweisungen des Poliers oder Baustellenleiters zu verlassen. Denn im Schadensfall kann auch ihn eine Mitschuld treffen, wenn er fahrlässig einfach losgebaggert hat.

Viel zu oft kommt es vor, dass die Pläne schön sicher vor Regen und Dreck im Büro liegen und auf der Baustelle nur eine Schwarz-Weiß-Kopie vorhanden ist. Vielleicht gut für den Originalplan, aber sehr schlecht für die Sicherheit auf der Baustelle. Genauso fahrlässig ist es, wenn der Bauleiter die Pläne auf seinem Handy abgespeichert hat. Das macht es nämlich unmöglich, die unterschiedlichen Leitungen zueinander in Bezug zu setzen. Wenn also kein richtiger Plan auf der Baustelle vorliegt, gibt es seitens des Netzbetreibers spätestens bei der ersten Besichtigung Schwierigkeiten – dann kann auch durchaus die Baustelle einmal ganz schnell stillgelegt werden. Sollte es zu einem Schaden kommen, wie jetzt in Berlin, dann muss sich das Bauunternehmen aber ganz warm anziehen. Deshalb immer dran denken: Alle Pläne gehören auf die Baustelle!